Alles Gute zum 50. Geburtstag, lieber HC Strache!

17

Die FPÖ hat die Geburtstagsfeier abgesagt – COMPACT gratuliert trotzdem! Und gibt dem guten Mann einen guten Ratschlag aus COMPACT 6/2019 mit auf den Weg.

Strache Elsässer

Strache und Elsässer nach einem Interview für COMPACT über den Dächern von Wien (2016). Foto: St.

HC Strache wird heute 50! Was hätte das für eine rauschende Party werden können! Immerhin: Dieser Politiker, und kein anderer!, hatte das Rückgrat und die Stärke, die FPÖ nach der Abspaltung von Jörg Haiders BZÖ wieder aus dem Schlamassel herauszuholen und auf ungeahnte Höhen zu führen. Von vier Prozent im Jahr 2005 auf knapp 50 Prozent bei den Präsidentschaftswahlen 2017 – nur Beschiss und Betrug hat damals den Sieg seines Kandidaten Norbert Hofer verhindert. Ein solcher Mann hat bleibende Verdienste – trotz der jüngsten Peinlichkeit. Das sahen auch die österreichischen Wähler so, die ihn – nur unterstützt von Martin Sellners Identitärer Jugend und zum Missfallen der neuen FPÖ-Spitze  – mit Vorzugsstimmen ins EU-Parlament katapultierten. Eine Wahnsinnsstory! (Weiterlesen unter der Werbung)

*** Mein Artikel zur Ibiza-Affäre in COMPACT 6/2019: „Sex, Lügen und ein Video“. Außerdem exklusive Interviews mit Salvini, Bannon, Höcke. Die Ausgabe ist nur in Deutschland am Kiosk, aber man kann sie auch von Österreich aus hier bestellen.***

Trotzdem muss sich Strache die „bsoffene Gschichtn“ auf Ibiza vorhalten lassen, und auch ich habe in der aktuellen COMPACT 6/2019 nicht mit Kritik gespart. Aber, wie der geneigte Leser gemerkt haben dürfte: Meine Kritik kam konträr zum Mainstream. Aus meiner Sicht war das Hauptproblem, dass sich Strache in den Wochen zuvor übel von der Identitären Bewegung distanziert hatte, um sich als bürgerlicher Saubermann zu inszenieren – und ihm gerade dieses Saubermann-Image dann die Tour vermasselte, als er selber sich als böser Bube entlarvte. Wäre es nicht besser gewesen, von vornherein zu sagen: Ja, der Gegner spielt mit bösen Tricks gegen unser Volk, und da müssen wir manchmal auch mit bösen Tricks zurückschlagen? Wie ich in meinem Strache-Artikel in COMPACT 6/2019 schrieb:

Aber nicht nur die bürgerliche Strategie, sondern auch die bürgerliche Selbstinszenierung hat sich auf Ibiza blamiert. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass Strache zur Verteidigung dieser Selbstinszenierung alle vermeintlich radikalen Strömungen in der FPÖ zurückschnitt, Burschenschaften fallen ließ, die Unizeitschrift „Aula“ zur Einstellung zwang und am Ende sogar das Verbot der Identitären Bewegung mit unterstützte – und der Saubermann am Schluss das Bürgertum viel mehr verschreckte als der Revolutionär Martin Sellner.

Statt der Biedermänner-Strategie bräuchte es eine Böse-Buben-Strategie (böse Mädchen eingeschlossen): Unser Volk ist in einem Überlebenskampf. Wir nehmen jeden, der mittun will. Als Partei halten wir uns strikt an die Gesetze. Aber was unsere Mitstreiter früher politisch gemacht haben oder heute noch im Privatleben veranstalten, ist ihre Sache. Mögen sie saufen, mögen sie im Internet obszöne Geschichten erzählen oder – „Wehrmacht denn so was?“ – über Merkels Goldstücke herziehen: Wir können es nicht ändern, denn so sind Menschen leider eben, die von dieser Gesellschaft deformiert wurden und jetzt von einem übermächtigen Feind bedroht werden. Wir spielen nicht Bourgeoisie. Vielmehr sind wir das das Volk – mit all seinen Schwächen und Gebrechen, in seiner Dummheit, seiner Größe.

Besonders der auf Ibiza bekannt gewordene Plan Straches, die Kronen-Zeitung mit vermeintlich russischem Geld aufzukaufen, hat im Establishment für Empörung gesorgt. Aber statt sich dafür zu entschuldigen, hätte Strache an diesem Punkt in die Offensive gehen müssen: Ja, ich habe das versucht und werde es wieder versuchen, denn die Feinde unseres Volkes haben eine Mediendiktatur errichtet – und wenn wir das nicht knacken, geht das Volk unter. Die Fakt zu dieser Mediendiktatur hat ausgerechnet linkezeitung.de aufgelistet:
Die Medien empören sich nun [in Bezug auf Straches geplanten Aufkauf der Kronenzeitung]über einen Angriff auf den „unabhängigen Journalismus“. Über diese Heuchelei kann man nur bitter lachen. Die ÖVP ist wirtschaftlich, politisch und personell eng mit dem Raiffeisen-Konzern verzahnt und diesem gehören Anteile an den Magazinen News, Profil, Trend und Format sowie die Hälfte des Kurier. Die zweite Hälfte dieser Tageszeitung gehört dem Immobilienmilliardär Rene Benko, der ein Berater des ÖVP-Kanzlers Sebastian Kurz ist. Benko besitzt mittlerweile auch die Hälfte der Kronenzeitung. Die Tageszeitungen Presse und Kleine Zeitung sowie das Frauenmagazin Wienerin gehören über eine Stiftung der Katholischen Kirche und stehen damit dem anti-FPÖ-Flügel der ÖVP (Karas & Co.) nahe. Die Tageszeitung Standard und das Wochenmagazin Falter befinden sich im Eigentum von privaten Medienunternehmern, stehen politisch SPÖ und Grünen nahe und werden dementsprechend von der Gemeinde Wien mit all ihren ausgelagerten Firmen über Inserate mit zig Millionen Euro angefüttert (im Jahr 2018 mit 8,8 Mio. waren die Medien-Ausgaben Wiens bereits mehr ausgab als die gesamte Presseförderung der Republik dieses Jahres). Unter SPÖ-Kanzler Christian Kern gingen allein im Jahr 2017 22,6 Mio. Euro an Medien, davon 6,5 Mio. an die News/Profil-Gruppe, die sich besonders mit anti-FPÖ-Propaganda hervortut. Abgerundet wird das Bild davon, dass unter den JournalistInnen überwältigende Mehrheit mit SPÖ und Grünen sympathisieren; etwa bei den letzten AK-Wahlen hatten Rot-Grün bei der oft tonangebenden APA fast 90 Prozent der Stimmen, bei Kurier, Puls4 und News über 80 Prozent und beim ORF immerhin noch 73 Prozent. Der ORF, finanziert aus Gebühren der ZuseherInnen, ist gerade im politischen Bereich sehr stark rot-grün-dominiert. Ähnliches gilt für die Privatsender Puls4 und ATV, die im Besitz des deutschen Prosieben-Konzerns sind, eine Ausnahme stellt ServusTV (im Eigentum von Didi Mateschitz) dar, das einen rechtskonservativen Kurs fährt. Angesichts dieser überwiegend feindlichen Medienlandschaft ist es kein Wunder, dass die FPÖ nach jedem Strohhalm greift, irgendwo einen Fuß in die Tür zu bekommen. Da die FPÖ zwar im social-media-Bereich recht stark ist, aber keine wirklich großen eigenen Medien aufgebaut hat, ist sie weiter von den etablierten Medien abhängig geblieben – was sie tagtäglich zu spüren bekommt. Die sich daraus ergebenden Ibiza-Überlegungen Straches sind keineswegs sauber, aber bei der medialen und politischen Aufregung darüber geht es ÖVP, SPÖ und Grünen und ihren JournalistInnen nur vordergründig um Moral, in Wahrheit um die Verteidigung des gegenwärtigen Zustandes, ihrer Macht und ihrer Pfründe.
Jedenfalls: Heute darf die Familie Strache feiern (Übrigens: Dass seine Frau ihn verlassen hat, war auch so eine Fake News von den Lügenmedien!). Ich bin sicher: Er kommt wieder ganz nach vorne!

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

17 Kommentare

  1. Avatar

    Dass sich die IB wieder gutgestellt hat mit Herrn Strache, ist toll. Und dass Herr Elsässer das jetzt auch tut, ist gut. Wurde auch Zeit. Österreicher ticken eben noch anders als Deutsche. Auch das ist gut. Erlebe hier im Urlaub wieder einmal das scheiß deutsche Befehlsgehabe, den "bouche", den (oder genauer die) durchgedrehte Hysterikerin. Grauenhaft und extrem nervig!!!

    Aber egal! Alles Gute für den 50sten, H.C.Strache!!

  2. Avatar

    Ich habe da so meine Zweifel, ob die beiden wirklich so hereingelegt worden sind, wie es scheinen soll, und nicht bewußt mitgemacht haben. So dumm kann man eigentlich gar nicht sein. Und wenn, dann ist Strache auch mit Recht erledigt. Wer sich jetzt noch mit ihm schmückt und sich nicht von ihm distanziert, tut sich und der freiheitlichen Sache keinen guten Gefallen. Und noch eins: Jörg Haiders seltsamer Unfalltod ist bestimmt nicht ohne Grund geschehen.

  3. Avatar
    Thomas Walde am

    Herzlichen Glückwunsch zum 50. Geburtstag!
    Und denken Sie Daran: "Das Glück ist mit den Tapferen"! Fallen ist keine Schande, aber lange liegenbleiben. Beim nächsten Anlauf nicht wieder vor dem Mainstream zurückweichen, sondern mit der IB und den Burschenschaften zum Erfolg!

  4. Avatar

    Die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. bietet aktuell für Anteile der heruntergewirtschafteten Axel Springer SE. Zum Glück mischen sich die USA nicht in die europäischen Medien ein? Übrigens ist Mehrheitseigner Friede Springer. Sie betreibt die Friede Springer Stiftung, in deren Kuratorium der zweite Ehemann von Angela Merkel, Herr Sauer, sitzt. Zur Axel Springer SE gehören Die Welt, einige Berliner Zeitungen und die Bild.

    Mit dem Denunziations-Video haben die Altparteien unfreiwillig verraten, wie sie selbst arbeiten. Nämlich über gekaufte Journalisten und willfährige Medienhäuser, die die Bevölkerung mit kontinuierlich mit ihrer Propaganda überziehen. Hier hat Herr Elsässer vollkommen richtig geschrieben:

    „Die Medien empören sich nun [in Bezug auf Straches geplanten Aufkauf der Kronenzeitung]über einen Angriff auf den „unabhängigen Journalismus“. Über diese Heuchelei kann man nur bitter lachen. Die ÖVP ist wirtschaftlich, politisch und personell eng mit dem Raiffeisen-Konzern verzahnt und diesem gehören Anteile an den Magazinen News, Profil, Trend und Format sowie die Hälfte des Kurier.“

    Grüsse, HvH

  5. Avatar

    Ob er wohl das EU-Mandat, was ihm nun zuerkannt wurde, auch annehmen wird ?

  6. Avatar
    Jeder hasst die Antifa am

    Strache schade das er sich von den Feinden der FPÖ so hat reinlegen lassen,er musste wissen die Arbeiten mit allen Stasimethoden darum äußerstes Misstrauen gegenüber den Etablierten Verbrecherparteien und ihren Helfern.

  7. Avatar
    Marques del Puerto am

    Lieber HC Strache,

    als Nusser sind Sie mir fast lieb gesonnen, aber Martin Sellner hat dennoch meinen Sympathiebonus gewonnen. Der Typ ist echt und Sie können noch viel lernen von dem Hecht . Ja als Politiker hat man es nicht leicht, aber Sie haben es sich ausgesucht und somit haben die Patrioten Sie auch gebucht. In der Politik angekommen heißt nicht auch automatisch zu besonnen.
    Hüten Sie sich vor Sturm und Wind und Russen Nu***en die aus Ibiza sind. (äääh da wohnen)

    Naja und den Rest behalte ich lieber für mich sonst kann ich wieder meinen Text nicht hochladen.*g*

    Mit besten Grüssen

  8. Avatar

    Der ist erst 50 ? Sieht 10 Jahre älter aus. Die FPÖ ist wohl das Mögliche. Bismark: "Politik ist die Kunst des Möglichen". Falsch daran ist. sich mit dem Möglichen begnügen ist keine Kunst. In diesem Sinne versteht Sokrates nichts von Politik,will er auch gar nicht.

  9. Avatar
    Gössinger Erich am

    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und Daumen hoch für Ihr Comeback

  10. Avatar
    Jens Stubbe am

    HC Strache ist einer der ganz wenigen Politiker, die offen einen Fehler zugeben und die Konsequenzen ziehen. Mit 50 ist er jung genug, um noch einmal kräftig durchzustarten, nachdem er jetzt – davon bin ich überzeugt – wirklich dazu gelernt hat.

    Chapeu HC Strache. Europa braucht starke Charaktere.

    • Avatar
      heidi heidegger am

      Mooment: die heidi hat immer zu Philippa "Stand by your man" Strache gehalten im Forum, im Gegensatz zur Gabi..was ist aber etzala mit Europa, häh? Seit zig Tagen berät sich Herr Strache mit seiner Ehefrau Philippa – Journalistin und Ex-Model und exTier"ministerin"– seinen Freunden und nahestehenden Personen und lässt entsprechend die Spannung steigen.

      und zur *Burschwahsie*:

      1. bildungssprachlich veraltet:
      wohlhabendes Bürgertum

      2. marxistisch:
      herrschende Klasse der kapitalistischen Gesellschaft, die im Besitz der Produktionsmittel ist

      • Avatar

        Heidi, abgelesen, oder im Kopf?

        Ich sehe hier eindeutig Bildungsfetzen der alten DDR,
        konnte Dich bislang aber dort nie verorten…

        PS: die Kirche aus dem Dorf, ähhh Staat !

      • Avatar
        heidi heidegger am

        @Trumpi, ich bin als Stuttgarterin geboren und werde als Stuttgarterin sterben, wohingegen äh (gelöscht) als Faschist geboren ist und als Faschist sterben wird..kleine Anspielung auf die hochverehrte Melina Mercouri, hihi..und der Rest: *kurzer Lehrgang* usw. gabs auch im Ländle in den guten alten 70ern 🙂

      • Avatar

        Heidi, Stuttgart ist eine Große Stadt,also wird es da auch eine Handvoll dort geborener Fascisten geben,hopefully. Danke für den Buchtip.

      • Avatar
        heidi heidegger am

        Lieber Soki, Stuttgart ist weit unter einer Millionenstadt, weil der Kessel unterhalb des sehr schönen Fernsehturms das (Hirn)Wachstum begrenzt(e) sozusagen. Fascisten jibbet keine m. W. und Kommis einst auch ned soo viel (momentan paar GRÜNE exKommis allerdings doch!), weil das Polit-Motto der Stadt war seit jeher: *Hald dei Gosch, Du schaffsch beim Bosch! (Urlaubs- und Weihnachtsgeld und paar Leckerli mehr..* Grüßle!

      • Avatar
        Jeder hasst die Antifa am

        Stuttgart ist genau wie Bremen dem Untergang geweiht denn dort Herrscht ein Grüner Versager als Bürgermeister Ergebniss Stuttgart ist Vollgestopft mit Asylanten.Durch Stuttgart kommst du nur heil mit deiner blechernen Ziege Grüßle

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel