Alexander Gauland: Warum konservativ wieder modern sein sollte

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„Ob die Sonntagsruhe nicht auch ein kulturelles Gut in der abendländischen Gesellschaft ist, taucht in den Überlegungen gar nicht erst auf; nichts zählt jenseits des Ökonomischen.“ Gemeint sind die Aussagen eines ehemaligen Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, der schon vor einigen Jahren gegen jede Form von Beschränkung durch Ladenschluss und Sonntagsruhe plädierte.

Was damals galt, erreicht heute eine noch schärfere Note: Der Onlinehandel zerstört unsere Welt des Einzelhandels wie wir sie kennen. Über 50.000 Geschäfte sollen bis 2020 verschwunden sein. Gezählt wird seit 2015. Doch rechtfertigt diese Entwicklung die Zerstörung unserer Familien, unserer Traditionen, unser Gesellschaft? Gibt es außerhalb der Arbeitswelt, eine andere Welt, die es zu bewahren, zu beschützen gilt? Und, wenn es nicht mehr anders geht, in welchen behutsamen Schritten kann sich die andere Welt entwickeln? Wer von beiden hat das Primat? Diktiert die Wirtschaftswelt, das Ökonomische, alle anderen Lebensbereiche? Was steht am Ende?

Damit sind wir mittendrin. Mitten in Alexander Gaulands neu aufgelegten Zeilen der „Anleitung vom Konservativsein“. Es scheint ein fast aussichtsloser Kampf: Der Widerstreit zwischen Moderne und Bewahrenswertem. Konservativ denken heißt, durchaus auch als Bremse, oder wie Gauland schreibt, als „Widerlager“ zu fungieren. In einer Welt, die uns davon zu eilen scheint. Wir kommen nicht mehr mit. Der Zeitgeist fordert das flexible, mobile, allzeit lernbereite Individuum, an jedem Ort der Welt, in der Lage, seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, möglichst jederzeit. Das Individuum sucht die Halteseile, die Korsettstangen, um nicht im Mahlstrom der Maschinerie unterzugehen. Rückzugsorte. Diese speisen sich nach Gauland aus Traditionen, Heimat, aus Mythen, aus Strukturen wie Familie und aus der eigenen Geschichte.

„Wir müssen nach neuen Kräften suchen, die das Boot im Gleichgewicht halten, die den Markt einhegen, die Ökonomie zivilisieren.“

Wer Tabubrüche betreibt, Verhaltensnormen ändert, muss Neues schaffen. „Doch an die Stelle der Verhaltensnormen und Tabus aus historischer Zeit tritt nichts Neues.“, konstatiert der Autor nüchtern. Stattdessen drohe der Zerfall der Gesellschaft. Dieser wird erst offenbar, „wenn die Kugel nicht mehr rollt.“, solange funktioniere die Spaßgesellschaft. Einer solchen Gesellschaft seien Mythen, Symbole, seien die Künste und die Religion gleichgültig. Sie sieht nicht, „dass eine Gesellschaft, die sich nicht erinnert, zerfällt“, so Gauland weiter.

Während in England, Frankreich und Amerika sich noch immer historische und kulturelle Traditionen in „Institutionen verschanzen“, ist das gesellschaftliche Gleichgewicht, „zwischen retardierenden [verzögernden] und vorwärts drängenden Kräften“ bei uns bereits gestört. Nur der konservative Provinzialismus der alten Bundesrepublik bewahrt uns vor den Folgen. Davon heißt es jedoch Abschied nehmen. Die alte Bundesrepublik ist nicht mehr. Mit dem Fall der Mauer, ist auch der alte Feind abhanden gekommen. Er wirkte als Kitt für den Zusammenhalt und als Sinnstiftung zugleich.

„Die Wirtschaft ist seit der Wende von 1989 keine konservative Macht mehr. Sie wendet sich gegen nationale Vorurteile und ethnische Begrenzungen, gegen traditionelle Lebenswelten und religiöse Tabus.“ Alle Menschen würden als Kunden benötigt. Folglich dürfe es keine religiöse oder rassische Benachteiligung mehr geben.

Insofern ist die Wirtschaft mit der entscheidende Motor für mehr Zuwanderung. Man könnte auch sagen, die Wirtschaft „tickt“ links, wenn propagiert wird, dass Arbeitsmarkt und die sozialen Sicherungssysteme mehr Zuwanderung bräuchten, „also ist sie gut, ganz gleich, was der Souverän [wir das Volk] davon hält.“, so Gauland weiter.

„Konservatives Denken und Handeln“ ist der „Kampf für Prinzipien, so lange wie möglich – verbunden mit Konzessionen, wo es nicht anders geht.“

„Verglichen mit dem Selbstbild eines Engländers hat ein Deutscher nur ein unbestimmtes Bild von seinem Land und seinen nationalen Merkmalen.“ Unsere Identifikation finde über industrielle und soziale Errungenschaften statt. Jeder größeren Debatte über unsere Leitkultur wird ein Riegel vorgeschoben. Jedoch, „die Abgrenzung von Fremden ist so unauflösbar mit der Nationenwerdung in Europa verbunden.“, konstatiert der Autor für die „alten“ Nationen wie Engländer und Franzosen, das müsse umso mehr für Deutschland zutreffen: „Wenn es keine Leitkultur gibt, muss die Frage erlaubt sein, warum eine anatolische Stadt so anders aussieht als eine deutsche …“

Deutschland krankt bis heute an einer verhinderten Nationenwerdung. Als mit dem 18. Januar 1871 das 2. Deutsche Reich erstand, war gleichzeitig das einzig identitätsstiftende Preußen untergegangen: „Morgen ist der unglücklichste Tag meines Lebens. Da tragen wir das preußische Königtum zu Grabe.“, so König Wilhelm I. zu seinem Kanzler Bismarck am Vorabend der Kaiserkrönung.

Dem neuen Deutschland gelang es nicht, diese Gründung durch eine gesellschaftliche Integrationsleistung zu ergänzen. „Jede Großmacht braucht eine Rechtfertigung, um Anerkennung und nicht bloße Furcht zu wecken.“, konstatiert Gauland diesen Prozess. Dem neuen Reich fehlte die „Idee“. „Deutscher-Sein enthielt kein Bekenntnis wie Engländer- oder Franzose-Sein“. Neu-Deutschland zeigte nur Macht, blanke Macht. Der weitere Weg führte über 1918 bis 1945 in die Katastrophe, auch des Konservativseins. „Was der Nationalsozialismus begonnen hatte, vollendete seine Niederlage.“ Der preußisch-deutsche Konservatismus „verblutete sich“ im Kampf gegen Hitler.

Gauland: „Im Widerstand fanden die nobelsten deutschen Konservativen wieder Zugang zum Allgemeinverbindlichen, allerdings nicht aus der deutsch-nationalen Ideenwelt, sondern durch persönliche Entscheidung und die Besinnung auf Grundsätze der Ethik.“

Nach dem Krieg gab es jenes Deutschland nicht mehr und „fast spurlos verschwanden die letzten Vertreter einer nationalen Tradition“ aus dem öffentlichen Leben. Über manche der Persönlichkeiten und viele ihrer Ideen hatte sich der „Pesthauch des Nationalsozialismus“ gelegt, so Gaulands Fazit.
Der Konservatismus als festes Bollwerk gegen das bloß Ökonomische war auf dem Rückzug. Einzig der gemeinsame Feind, der Kommunismus in Europa sorgte für eine „Zivilisierung des amerikanischen Kapitalismus in Europa.“ Damit war 1989 Schluss.

„Man kann nicht verhindern, dass die Dinge zum Teufel gehen, aber man kann den Gang verlangsamen, vielleicht den Kurs ändern.“

„Unsere Modernisierer sorgen sich heute mehr um den Standort Deutschland, … als um die kulturellen Verdauungsmöglichkeiten“. Heute gilt: „Die Globalisierung bestimmt, was der Mensch zu leisten hat.“ Langfristig, so Gauland, könnte damit wieder jene revolutionäre Situation entstehen, auf die Marx 1848 hoffte, die aber mangels entwerteter Utopien nur in anarchischen Ausbrüchen enden könnte. Hier findet sich die Brücke zu heute, zu den aktuellen Zuständen nach den Ereignissen von 2015.

„Das Konservative ist nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.“

 Alexander Gauland Anleitung zum Konservativsein

Alexander Gauland hat sein Werk erstmals 2002 vorgelegt. Seitdem sind 15 Jahre vergangen: „Bücher altern wie die Menschen … Dennoch ist das meiste frisch geblieben, vermutlich auch deshalb, weil konservatives Denken keinen Moden unterliegt.“ Diese Erklärung gehört zu den Untertreibungen, die Großen mitunter gelingen. Gaulands Buch sagt viel über unsere Zeit, über unser Werden und auch über den Autor selbst. Es lässt ihn zu Größe erwachsen. Seine Art zu erzählen, was konservativ sein heißt, könnte viele zum konservativ sein führen. Mehr noch lassen diese Zeilen Gauland zu einem echten intellektuellen Führer der Alternative für Deutschland aufsteigen, einer Partei, die der Anfang für mehr sein könnte, für eine Bewegung, die unsere Geschicke wieder selbst in die Hand nimmt. Mit der Mahnung zu Einhalt vorweg: „Das Konservative ist nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.“

Das Buch gibt es jetzt auch bei uns im Shop.

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Über den Autor

Kai Homilius mischt mit seinem gleichnamigen Verlag seit mehr als zehn Jahren in Politik und Zeitgeschichte mit. Sein Verlagsprofil verrät, dass Zensur ihm fremd ist. Ein möglichst breites Spektrum an Autoren sind Beleg dafür. Begreift er seinen Verlag als Plattform für sachlich fundierte Werke teils hochrangiger Autoren aus unterschiedlichen Richtungen, so schlägt sein Herz weiterhin links. Doch was ist „links“ heutzutage und was „rechts“? Diese Kategorien taugen nicht mehr zur Einordnung. Vielmehr ziehen Ehrlichkeit, Loyalität, Mut und Treue. Treue zu seiner Heimat, zu Deutschland, verbindet ihn mit vielen anderen. Alle Artikel des Autors

20 Kommentare

  1. Volker Spielmann am

    Die Rechtschaffenheit ist für die Alternative wahrhaft alternativlos

    Da die Alternative – wie ihr Name schon sagt – eine Alternative für Deutschland sein will muß sie notwendig rechtschaffen sein. Schließlich gilt den Parteiengecken, der Lizenzpresse und den Antifanten jedes Eintreten für Deutschland als rechtschaffen. Die Alternative könnte sich daher wohl selbst zerfleischen im Kampf gegen ihre Rechtschaffenheit, aber dies täte sie nur zum Gelächter ihrer Feinde. Ebenso würde die Alternative vor dem Volk unglaubwürdig werden, wenn sie sich ins Bockshorn jagen ließe und nicht auch gegen die Mohammedanisierung und die Masseneinwanderung kämpfen würde, gehen diese nämlich wie bisher weiter, so ist auch die Abschaffung des Spielgeldes Euro vergebens. Eine ernsthafte politische Kraft muß sich der wahren Probleme ihres Landes annehmen und wird dabei notwendig immer mit dem Widerstand der politischen Gecken zu rechnen haben. Dies gilt besonders für den deutschen Rumpfstaat, wo der VS-amerikanische Landfeind die Gecken gewaltsam an die Macht gebracht hat.

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  2. Oft aber wird man belächelt, wenn man konservativ denkt und handelt. Aber dass muß man aushalten können.

  3. Rechtsstaat-Radar am

    Ein schönes Beispiel für das "Konservativ-sein" von Herrn Gauland ist der Respekt, den er unseren Soldaten in zwei Weltkriegen für ihre dort vollbrachten Leistungen zollt. Vielleicht könnte er unsere noch unter der Flagge der Hauptkönigreiche (in der Reihe nach damaliger Bedeutung) Preußen, Sachsen, Bayern und Württemberg sieg- und ruhmreich kämpfenden Soldaten von 1870/71 mit anführen.

    Da sich Herr Gauland auf Francois Mitterrand bezieht, sollte er diesen dann aber schon auch korrekt zitieren. Mitterrans sagte über die deutschen Soldaten der Wehrmacht folgendes:

    "Ich habe erfahren, welche Tugenden, welchen Mut das deutsche Volk besitzt. Bei den deutschen Soldaten, die in so großer Zahl starben, kommt es mir kaum auf die Uniform an und noch nicht einmal auf die Ideen, die ihren Geist bestimmten. Sie hatten Mut. Sie waren in diesem Sturm losmarschiert unter Einsatz ihres Lebens. Sie haben seinen Verlust für eine schlechte Sache in kauf genommen, aber wie sie es taten, hat mit dieser Sache nichts zu tun. Es waren Menschen, die ihr Vaterland liebten – dessen muss man sich gewahr werden."
    – Mitterrand in seiner Rede anlässlich der 50. Wiederkehr des Kriegsendes in Berlin –

    • Rechtsstaat-Radar am

      Und noch ein Beispiel dafür, dass wir alle mit Dr. Gauland stolz auf die Leistungen unserer deutschen Soldaten sein können:

      "Nach dem Krieg ist der amerikanische Oberst Trevor Dupuy in einer ausführlichen Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass "die deutschen Infanteristen ihren britischen und amerikanischen Gegnern immer um 50 Prozent höhere Verluste beibrachten und das in jeder Situation. Das galt selbst für den Fall, dass sie in die Verteidigung gedrängt wurden und, wie meist, unterlegen waren." Man kommt zu den Ergebnissen, die im Ersten Weltkrieg an der Westfront festgestellt werden konnten.
      … (Quelle: Philippe Masson, "Die deutsche Armee", Seite 517, 7. Auflage 2001)

      • @ Rechtsstaat-Radar
        Ihrem Kommentar entnehme ich, dass Sie nie Wehrdienst leisten mussten. Anderenfalls wüssten Sie, dass Soldaten nicht aus Mut in den Krieg gezogen sind, sondern aus Angst vor der Drangsal ihrer Befehlshaber. Oder sind Sie möglicherweise selbst ein hoher Offizier?
        Ob nun Gauland oder Mitterrand an den Mut appellieren, Soldaten sind dazu da, sich gegenseitig umzubringen und so für die Überlebenden Platz zu machen. Dazu ist jedes Mittel recht, Verdummung wie ideologische oder religiöse Verblendung und vor allem Hingabe an das Überleben der Eltern, insbesondere der Mütter. Wäre es anders, müsste nicht zuerst die Jugend dran glauben.
        Wer Soldaten anschließend als Helden verehrt, macht das möglicherweise zu seiner Entschuldigung, aber sehr wahrscheinlich, um wieder Soldaten in den Tod zu schicken.

      • Rechtsstaat-Radar am

        @MERXDUNIX:-
        Bei Ihnen mache ich einmal eine Ausnahme und gehe zum vermeintlich distanzlosen "Du" über… Du merxnix, das sehe ich.

        Übrigens: Ich bin Oberleutnant der Reserve!

      • @ Rechtsstaat-Radar
        War mir doch so. Ich hab übrigens Wehrdienst geleistet und von unten erlebt, dass alles Zivilisierte unter militärischem Drill bei den Meisten innerhalb 3 Tagen tot ist, wenn es nur eine kleine Besserstellung durch den Vorgesetzten verspricht. Dabei war noch nicht mal Krieg.

  4. Als das römische Reich richtig groß geworden ist – unter Augustus – wurde der Grundstein für seinen Untergang gelegt. Die Bevölkerung aalte sich im materiellem Wohlstand und nahm die alten Götter und Traditionen nicht mehr so wirklich ernst. Mit der folgenden Geburtenverweigerung und dem Aussterben des Patriziats begann das Ende.
    Als sich die Zeiten änderten und der Wohlstand abbrach, suchten sich immer mehr Menschen woanders Trost, eben in fremden Göttern und Religionen, da es die Alten nur noch "auf dem Papier" gab.
    In Deutschland ist die Situation die Gleiche, nur älter und schon 500 Jahre alt.
    Ausschlaggebend war nämlich die Spaltung der christlichen Kirche und damit des christlichen Abendlandes. Die Hinwendung des Protentantismus zum Materialismus hat es bis heute gründlich gespalten, so ist es auch kein Wunder, daß es ausschließlich katholisch geprägte Länder sind, die auch heute – beim Euro – abgehängt werden. 1871 war in sofern ein Fehler, daß nicht auch das katholische Österreich heim ins Reich kam und so ein 50:50-Verhältnis entstand, wie 1648 im Frieden angedacht.
    Da Mitteleuropa seine Traditionen schon länger aufgegeben hat, braucht es heute nur noch einer ernsthaften Kriese, eines Versagen der Staaten und die Meinung des Volkes wird sich ins Gegenteil umkehren, es wird sich der Spiriualität zuwenden und – so wie es heute aussieht – dem Islam zulaufen.

    • Teil 2:
      Materialistisch/unreligiösen Phasen folgten stets sehr spirituelle Phasen und nach dem Untergang des weströmischen Reiches erfolgte ein Rückschritt von mindestens 500 Jahren. (Vieles wurde erst im 19.Jh. wieder erreicht.) Geschichte läßt sich eben nicht auf die letzten 150 Jahre reduzieren.
      Die Apologeten des Materialismus wissen das und setzen deshalb schon einmal vorsichtshalber auf den Islam, weil sie nur so hoffen können, an der Macht zu bleiben. Aber auch das wird fehlschlagen, wie die Geschichte schon so oft gezeigt hat.
      Konservativismus läßt sich auch nicht zeitlich eingrenzen – es ist auschlaggebend, wann man ihn ansetzt …
      Die Statistik, daß am ehesten Leute unter 30 Jahren dazu bereit sind, ihr Wahlrecht zu verkaufen, zeigt, wohin der Hase läuft: Die Jungen glauben am Wenigsten noch an die tradierten Werte und daß sie funktionieren – wie im alten Rom!

  5. Demnach hat bei Herr Gauland der Altersstarrsinn schon so um die 60 eingesetzt. Er mag ja ganz heftiges Heimweh haben und ich verstehe auch, wenn er der Moderne nichts abgewinnen kann, wo sie doch stets eine chaotische Bugwelle vor sich her schiebt. Hätten jedoch die Menschen schon von jeher seinen Standpunkt vertreten, wäre er zum einen vermutlich nie geboren, weil seine Vorfahren keine Veränderungen geduldet hätten, und wenn doch, dann zumindest nicht aus den Windeln gekommen, in die er jetzt zurückkehrt.
    Zwar will er nicht das Gestern konservieren, dafür um so mehr seine Ewigkeit, weshalb ihn augenscheinlich ein Götterkomplex befallen hat, obwohl er letztlich einräumt, die Dinge dennoch nicht vor dem Teufel bewahren zu können. Vielleicht hofft er, während seines Bremsvorgangs noch rechtzeitig die Seiten wechseln zu können und sich selbst die Hörner aufzusetzen. Bis dahin heißt es bekanntlich: "Lasst die Kindlein zu mir kommen!", ich führe sie dann schon in ihr Verderben.

    • @MERXDUNIX

      Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie können sich Ihre unsubstantiierten Kommentar auch sparen, in dem Sie Herr Gauland (AfD) einen Altersstarrsinn diagnostizieren wollen. Oder haben Sie etwa zwölf Jahre Humanmedizin oder etwa Psychologie studiert, um eine Ferndiagnosen über Altersstarrsinn eines Menschen stellen zu können?

      Scheinbar haben Sie keine Ahnung was der Begriff: "Konservativ" bedeutet oder Sie erkennen den Sinn nicht, der hinter "konservatives Denken" steht? Tatsächlich steht das konservative Denken oder das konservative Handeln in keinster Art und Weise gegen die Modern.

      Somit ist Ihr ganzer Kommentar von Ihnen im Kern schon unsubstantiiert vorgetragen.

      Das können Sie doch besser, oder etwa doch nicht?

  6. P.P.S.
    Ich glaube Konservativ sein hängt eigendlich nur
    von einer gesunden Staatsführung ab.
    Hölderlin, Hyperion, als Musikempfehlung zur Lektüre,
    die Musette, von Georg Friedrich Händel, dazu ein
    schwerer griechischer Rotwein.

    Mit besten Empfehlungen, Raubautz 4 , Kulturappostel 5’ter Klasse.
    Nein, Fluglehrer von Big Duke 6. Die Mücken lassen wir aber in Ruhe,
    Schonzeit !

  7. Man nehme sich einmal die beispielhaften erstklassigen
    Manieren der Japaner. Traditionsbewußtseins liegt im Blut,
    in den Genen. In einem Sushi-Lokal bekam ich einmal gratis
    zu Essen, ich war überrascht und nutzte dies nicht aus, in
    einem Konsulat war ich Augenzeuge wie ein Japaner eine
    Japanerin die ein Anliegen hatte behandelte, ich staunte nur.
    Die geistige Einstellung ist es. Nach Fukoshima planten wir
    Zuhause eine Japanerin mit Kind aufzunehmen falls der GaU
    aus dem Ruder läuft, ich mag diese Menschen einfach.
    In Deutschland regieren Banausen, die sich auch so benehmen,
    mal wie ein kleiner Hitler, mal wie Schleifer oder gewöhnlicher
    Dorfinzuchtbanause. Was will man dann vom Volk erwarten ?

    Mit besten Empfehlungen, Raubautz 4

    • Sitte und Manieren geraten nur dort aus dem Ruder
      wo die Weitergabe von oben nach unten fehlt. Früher
      gab es schon Menschen die mit der Sauberkeit im Haus
      Probleme hatten, die wurden abgemahnt, fertig !
      Benimmt sich im Wald einer daneben, gibt es Zunder, ein
      Betrunkener wollte mir meine M43 vom Kopf nehmen, eine
      kurze Anmerkung 3 m Abstand !
      Wir brauchen Konsequenzen für Fehlverhalten, und müssen
      aber die Ausgrenzen, welche als Obermoralappostel dies nur zu
      gerne Ausnutzen, um sich auf Kosten anderer abzureagieren.
      Denn dann geht eine Wiederdisziplinierung daneben.
      Wichtig ist die kerngesunde Familie, eine kerngesunde
      Staatsführung, welche die Beamten scharf unter Kontrolle hält
      und für Disziplin sorgt, wie bei den alten Preußen, nur ohne
      Bürokratie und Amtsverblödung.

      Mit besten Empfehlungen, Raubautz 4

      Konservativ ja, aber mit Verstand und Humanismus denn
      dies hat Preußen geprägt, Nachsicht und Humor kamen
      dem Hauptmann von Köpenick zugute !

      • P.S.

        Erst den Staat gründlich von ungeeigneten Personal
        säubern, hart und ohne Rücksicht. Die Verwandschafts-
        wirtschaft in den Ämtern auflösen und im Anschluß auch
        diese in der Industrie unterbinden, wo die Kinder von
        Gewerkschaftsbonzen, Abteilungsleitern etc. bevorzugt
        eingestellt werden, die von Arbeitern draußen bleiben.

        Dann läuft der Laden wieder.

        RB 4

        P.S. Das geschundene Volk, gerade die Kleinen kommen zuletzt an
        die Reihe, mit Güte, Nachsicht, Feingefühl, viel Verstand und nur wenn
        dies nicht zum Erfolg führt einen Tritt in den Hintern.
        Dann sind wir wieder Konservativ, nach Außen hin !

  8. Hier wird tatsächlich eines der fundamentalsten Probleme unserer Gesellschaft und unserer Zeit angesprochen.

    Der Verlust und die permanente Selbstverleugnung unserer Kultur, unserer Geschichte, unserer Tradition, unserer Identität und unserer Werte. Und die Altparteien treiben diesen Identitäts- und Werteverlust mit aller Kraft voran.

    Ihr Denkansatz erscheint meisterlich, Herr Gauland. Herzlichen Glückwunsch dazu! Zu lange hat unser Land keine politischen Denker und Vordenker mehr hervorgebracht. Gehen Sie diesen Weg und diese Gedanken weiter, Herr Gauland. Es ist der richtige Weg für die Menschen und für unser Land. Die Geschichte wird es Ihnen danken.

  9. Leider wird der Niedergang der marktnahen Geschäfte nicht aufzuhalten sein. Es ist nicht nur die zunehmende Bequemlichkeit der Menschen, es liegt auch daran, dass sich "Geiz ist geil" nicht aus Jux und Tollerei durchgesetzt hat. Sondern die hohe Steuerbelastung gerade dem beneideten "Mittelstand" besonders zusetzt. Und die stark gestiegenen Fixkosten viele Annehmlichkeiten, die vorher nebenbei zu finanzieren waren, nur noch mit Sparen an anderer Stelle, zuließen. Man orientierte sich früher, wie heute, zwar gern bei direkter Beratung im Fachgeschäft, ist aber aus dem genannten Grund kleinlicher geworden. Man schaut lieber heimlich im Internet nach, ob es die Waren günstiger gibt, und bestellt sie hinterher dort. Sicher, es wird immer eine Käufergruppe geben, die in Läden kauft. Doch je mehr Menschen mit der Aufrechterhaltung der Mittelstandsfassade bemüht sind, wie auch die anwachsende Zahl an Geringverdienern mit dem reinen Existenzerhalt, um so mehr boomt das Internet-Geschäft. Wer trägt also letztendlich die Schuld am Sterben der Ladengeschäfte?

    • Da kann ich ihnen nicht ganz zustimmen. Es ist doch auch so, dass die Menschen verlernt haben, auf Dinge zu warten oder zusammenzusparen, was auch dazu führt, dass man es hinterher mehr schätzt. Man muß nicht alles sofort haben, dass macht uns die Industrie und die Werbung vor, aber entscheiden können wir immer selber. Auch da sind die Eltern in der Pflicht ihre Kinder darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig Enzelhandel ist und wie schön dort zu stöbern, kleine Gespräche zu führen usw. Der Internethandel ist bequem, aber spricht nicht, wie das Handy auch.

  10. Die Nornen haben die Schicksalsfäden doppelt gut gesponnen. Als guter Didaktiker, der auch bei Dringlichkeit die zu Belehrenden dort abholt, wo sie geistig stehen, konnte er nach Ausführung seiner in diesem Falle wohl gemeinnützigen Erziehungsmaßnahme erfolgreich entkommen. Ein Rapefugee hat eine MdEP-Grünin erwischt:

  11. Rechtsstaat-Radar am

    Lieber Dr. Gauland, es war nie unmodern, konservativ zu sein, nur für die Doofen!

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