AfD-Parteitag: Im Westen nichts Neues

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Die gute Nachricht ist auch die schlechte Nachricht: Delegierte entscheiden sich für ein „Weiter so“.

Im Frühsommer warf Björn Höcke auf dem Kyffhäuser-Treff seines „Flügels“ dem Bundesvorstand den Fehdehandschuh vor die Füße: Er könne „garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird“.

Aus dieser Ankündigung ist nichts geworden, wie der Bundesparteitag am Wochenende gezeigt hat. Zwar haben sich einige Personalien im AfD-Führungsgremium geändert, aber die Kräftekonstellation hat sich nicht verschoben. Dominierende Figur bleibt Jörg Meuthen, dessen Gewicht nach dem Rückzug des Co-Vorsitzenden Alexander Gauland sogar noch gewachsen ist. Für Gauland rückte dessen Wunschkandidat Tino Chrupalla nach – mit Unterstützung des Flügels, aber in klarer inhaltlicher Distanz zu diesem. Der Görlitzer ist eine ehrliche Haut – aber die zumindest rhetorische Schärfe, die sein Gegenkandidat Gottfried Curio hat, fehlt ihm völlig.

Im erweiterten Vorstand konnte der Flügel zwar als Erfolg verbuchen, dass die besonders hartgesottenen Radikalenjäger Georg Pazderski, Kay Gottschalk und Roland Hartwig nicht (mehr) gewählt wurden. Allerdings schaffte es aus dem Höcke-Lager nur noch Andreas Kalbitz in das Gremium, Frank Pasemann scheiterte. Immerhin wurde Stephan Brandner gewählt, der zwar nicht dem Flügel angehört, aber immer wieder erfreulich scharf formuliert.

Zu der Stimmungslage passt, dass der Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die Identitäre Bewegung nicht aufgehoben wurde – damit betoniert die Partei eine Brandmauer zu der erfolgreichsten Jugendbewegung des patriotischen Lagers seit Jahrzehnten. Als Machtoption wurde allgemein eine Regierungsbeteiligung an der Seite der Union gesehen – das war bis vor einem Jahr noch heiß umstritten gewesen.

Vor diesem Hintergrund ist die gute Nachricht gleichzeitig eine schlechte: Die AfD bewahrt ihre Geschlossenheit und wahrt damit ihre Chancen auf einen weiteren Anstieg in der Wählergunst, wenn CDU/CSU und SPD weiter abwirtschaften. Da aber der fruchtbare Streit um Strategien – „Bewegungspartei“ (Höcke bis 2018, positiv gemeint) versus „Paramentspatriotismus“ (Sellner, abwertend) – beerdigt wurde, kann dieser Aufstieg nur in einer Sackgasse enden. Das Menetekel an der Wand ist der Pyrrhussieg der FPÖ: Mit großer Geschlossenheit gelang ihr der Aufstieg, schließlich trat sie in die Regierung unter Sebastian Kurz ein. Als Kurz den Stecker zog, stürzte zuerst Strache und dann die ganze FPÖ. Da sie außer Mitregieren keine Machtoption hattte – weder in ihrer Medienarbeit noch in der außerparlamentarischen und plebiszitären Mobilisierung – und zu der IB, die immerhin diese Felder beackert, eine panische Distanz entwickelte, war sie dem Angriff des Gegners hilflos ausgeliefert.

Hoffnung macht eine Variable: Die Schwarzen konnten die Blauen in Österreich nur an die Wand spielen, nachdem sie sich vorher personell und rhetorisch erneuert hatten. Ein Sebastian Kurz aber ist in CDU und CSU nirgends in Sicht. Der Drang der AfD in die Arme der Union könnte also am Beton der Merkel-Fraktion scheitern. Dann müsste sich die AfD von Neuem besinnen. Wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

44 Kommentare

  1. Avatar

    Ich glaube ich bin hier im falschen Film.
    Das Publikum auf dieser Seite, scheint mehr für die NPD zu
    sein, als für die AFD. Wenn man die NPD als Patriotisch bezeichnet,
    ist bei mir die Grenze des rechten Randes überschritten.
    Soweit wie hier welche nach rechts abdriften, geht keine Pegida,
    keine IB und erst recht kein Höcke !
    Mir scheint, in diesem Forum tummeln sich viele Unterseeboote der
    Kartell-Parteien oder des VS ?
    Natürlich wäre mir ein Curio auch lieber gewesen, als dieser Nobody
    Chrupalla, aber Gauland hat bis heute einen hervorragenden Job
    getätigt und wird wissen was der Neue kann oder auch nicht kann.
    Das Er im Umgang mit Mainstream-Medien noch viel lernen muss,
    hat Chupalla aber schon bewiesen.
    Bei einem Interview mit Theo Koll, (ARD) schaut Er ziemlich alt aus.
    Solche naive Leute, kann man nicht einfach ins kalte Wasser werfen,
    aber Er kann ja noch lernen.

  2. Avatar

    Als ausgemachter Flügelmann kann ich sagen, daß ich mit den Personalentscheidungen zufrieden bin. Die Denunzianten der ,,100" wurden maximal abgestraft. Chrupalla wird für gewaltigen Zuwachs an Wählern aus dem selbständigen Mittelstand sorgen, weil er deren Sprache versteht und spricht. Mit Kalbitz haben wir einen unserer Spitzen dabei und Brandner, Protschka, Weidel und Hütter sind definitiv auch keine expliziten Gegner der Flügelströmung. Lediglich Trixi Storch ist von den AM-Leuten noch geblieben. Ich teile auch nicht die Einschätzung des ansonsten von mir sehr geschätzten Jürgen Elsässer, daß dieser Parteitag ein großer Reinfall war. Das, was Björn Höcke zum Kyffhäusertreffen angekündigt hat, wurde erreicht. Er wird auch irgendwann an der Spitze der Partei stehen, doch dafür ist die Zeit noch nicht reif.

  3. Avatar

    Meine Anmerkungen:

    1. Das war ein Husarenstück von Alice Weidel und von Beatrix von Storch. Beide, zuvor lediglich Beisitzer, haben Pazderski und Gottschalk dazu animiert die wichtige Konkurrentin Sayn von Wittgenstein per PAV aus dem Weg zu räumen. Zwar wurde das illegitime PAV von 2/3 des BV abgenickt, also auch mit Zustimmung durch Storch, Fohrmann, Weidel, doch abserviert wurden die Vordermänner Gottschalk und Pazderski. Absehbar. Pazderski müsste naiv gewesen sein, wenn er sich für seine Dienste nicht mit einer Absprache über eine spätere Belohnung abgesichert hätte.

    2. Die Nichtwahl von Protschka als stv. BS ist wohl der Dummheit der Wahlsoldaten zu verdanken, die sich im entscheidenden Wahlgang zur Stichwahl aussperren ließen. Blöd gelaufen für HJ Müller und Miazga.

    3. Die Wahl des Kronprinzen Tino Chrupalla war nicht sehr überzeugend. Wenn er seine Chance nicht nutzt, ist er bei starken Konkurrenten wie Curio, Brandner oder Höcke schnell wieder weg.

    Seite 1 von 2

    • Avatar

      Seite 2 von 2

      4. Die Trimmung von Gauland, Weidel, Pazderski und Co auf schnelle Regierungsverantwortung, auch ohne die Bedingung der größten Partei, in Kombination mit dem angeblichen Muffensausen vor dem VS, zeigt wohin die Reise gehen soll. Schnell in Regierungsverantwortung, auch als Juniorpartner. Um die AfD zu schleifen wir sehr geschickt, auch innerparteilich, der VS in Stellung gebracht, um aus der AfD eine CDU von früher zu machen.

      5. Es war klug von Höcke nicht anzutreten. Er wäre chancenlos gewesen. Sein Ergebnis in Thüringen nicht überzeugend genug.

      6. Ämterhäufung ohne Ende. Wieso muss Weidel, MdB, Fraktionsvorsitzende und Stellvertretende BS sein? Alle Vorstände sind fast ausnahmslos Mandatsträger.

      7. Zum Glück kam Haug für Gottschalk aus NRW in den BV. Gottschalk ist ein ziemlicher Schreihals und der strukturelle Aufbau von Ortsverbänden in NRW interessiert ihn die Bohne.

      Insgesamt halte ich die Vorstandswahl jedoch für gelungen. Der Richtungsstreit wurde vertagt und der AfD weitere wurden zwei Jahre Zeit für organisches Wachstum gegeben.

      Mit Curio, Höcke und Co. kann es in zwei Jahren wieder in eine andere Richtung gehen.

      Grüsse, HvH

  4. Avatar
    brokendriver am

    Die AfD als 15-Prozent-Partei kann noch nichts reißen…
    und wird vom CDU-SPD-Regime mit höflicher Nichtachtung bestraft…

    Es gilt deshalb weiterhin die Losung:

    Finger weg von der Muslima-Merkel-CDU und ihrer Bettvorlegerin AKK…

    Die CDU ist nichts weiter als eine schlechte SPD-Kopie geworden…

    Dem Untergang geweiht….

  5. Avatar
    Jeder hasst die Antifa am

    Die Linksgrünen Schwuchtelmedien hetzen mit aller Macht vor allem gegen das Herzstück der AfD den Flügel eine AfD ohne Flügel ist wie ein Tiger ohne Krallen und Zähne der Flügel bringt die besten Wahlergebnisse die weichgespülten Wessi-AfDler haben zwar die meisten Posten in der AfD abgesahnt aber im Osten werden die Wahlen gewonnen.Es ist ein Segen für die AfD das es solche Patrioten wie Höcke,Kalbitz,Brandner gibt.

  6. Avatar

    STEPHAN BRANDNER formuliert scharf ,keine Frage.Z.B. wenn er in öffentlicher Bundestagsrede erprobte Patrioten als "widerliche Partei" ( meinte die NPD) bezeichnete. Wer so andere Patrioten beschimpft ist für den politische Prozess disqualifiziert,für immer.

    • Avatar

      Die NPD sind keine Patrioten, sondern naive und blinde Menschen, die sich vom Verfassungsschutz am Nasenring in der Manege herumführen lassen.

      Die NPD wird praktisch ausschließlich von Verfassungsschutz-Agenten geführt.
      Wer das nicht erkennt, hat sich für den politischen Prozess für immer disqualifiziert.

      Die NPD ist genauso wie die Antifa eine bewährte Truppe der Herrschenden, egal ob diese nun SPD-Grün oder Schwarz-Gelb ist.

      Die NPD wird gegen die AfD genutzt. Wer also Sympathien für die NPD hat, ist ein Unterstützer der Merkel-Diktatur.

      • Avatar

        Bichler ist wahrscheinlich selber Stasi-Agent.Oder er hat einige Drähte nicht fest verlötet im Kopf. Oder beides.

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      Stimmt was Du schreibst, aber ich bin, im Gegensatz sicher zu Dir, nach wie vor für Sezession, also Abspaltung der noch nationalistisch gesinnten (außer den dummen Thüringern) Bevölkerung von der multikulti befürwortenden Westdeutschen Masse.
      Nach der Sezession, ich weiß, wird niemals werden, können wir dann verhandeln wer nach "Deutschland" darf und wer nicht.

      Eine Roth, ein Habeck und wie die alle heißen, sicher nicht und eine Thüringerin, ich schäme mich dafür, wie Göring Ekardt, darf dann im schönen miltikulti Westen weiter ihr Unwesen treieb, aber ich glaube, die haust da schon irgendwo …

  7. Avatar

    Hm ,wenn selbst der so entschieden AfD-positionierte Chefredakteur u. Herausgeber am Ergebnis dieses Parteitages herumgrantelt,dann ist ja wohl alles klar und die Einschätzungen hier im Forum sind auch eindeutig und fast einhellig. Ungewohnte Situation,Ich brauche eigentlich nix sagen. Nur soviel wie Ich schon immer sagte: Parteien fallen nicht vom Himmel,und diese Bevölkerung bringt z.Z. nichts besseres hervor. Und daran ändert sich auch nichts,solange der Kaitalismus wie geölt funktioniert und die Supermärkte zum Platzen voll mit billigem Fraß u. Schnaps sind ("gut und günstig").Revolutionen finden nur mit leerem Magen und nur alle paar hundert Jahre statt. Man kann sich zwar geistig vorbereiten,aber man kann sie nicht erzwingen und ein Menschenleben ist zu kurz,um an einer sozialen Entwicklung vom Anfang bis zum Ende teilzuhaben.

  8. Avatar
    Schopenhauer am

    Ich muß es so deutlich sagen: Ich könnte kotzen.

    Eine abgekartete Sache von A bis Z. Meuthen hat jetzt einen Pinsel aus Görlitz als Lakai an seiner Seite, den er unterbuttern wird, daß ihm hören und sehen vergeht. Die Säuberungen werden mit hoher Schlagzahl fortgesetzt. Die Leute, die mit Herzblut dabei sind, so nach und nach vertrieben. Übrig bleiben elende Karrieristen, die ihre Mutter für ein Pöstchen verkaufen würden. Und so wird dann die AfD das gleiche Schicksal wie DVU oder Reps ereilen. Genauso sind die nämlich auch kaputt gemacht worden: Von innen!

    Ich hoffe noch auf einen Mitgliederparteitag, wofür wohl das notwendige Quorum bereits erfüllt sein soll, aber ob der wirklich kommt? Das wäre wohl die einzige Chance, diese Schiebung rückgängig zu machen. Schiebung daher, da ganz eindeutig die Delegierten etwas anderes gewählt haben, als der gesunde Menschenverstand erlaubt hätte. Denn wer bitte schön nimmt sich einen Pinsel, wenn er ein Schwert haben könnte?

  9. Avatar

    Die Wiederwahl Meuthens und die Nichtwahl Curios zeigen, daß der desaströse Defensivkurs der AfD scheinbar weitergehen soll. Wird Chrupalla auch so ein Mittiger? Immerhin sind mit Kalbitz und Brandner zwei Leute, denen man keine Hasenfüßigkeit vor dem Feind vorwerfen kann, aber das professorale ewigmittige Geschwafel eines EU-Meuthen wird keinen einzigen neuen Wähler gewinnen. Und Unvereinbarkeitsbeschlüsse zu IB und Pegida sind so was luckiges, völlig aus der Zeit gefallen und absolut kontraproduktiv beim Anspruch, Volkspartei zu werden.

  10. Avatar
    Das wars mit der Alternative am

    Da ist jeder Kommentar zuviel der Mühe. Schaut euch den Vorstand an, schaut euch die Delegierten an. Satt, zufrieden, überbezahlt. Schaut euch die Bubis und Jungmädels an, von der Schulbank in die bezahlte Parteiarbeit. Nichts geleistet und von der Welt und Problemen keine Ahnung aber schon die Klappe aufreissen im schönen Politiker-Sprech. Vor fünf Jahren haben die AfDler genau über solche Typen*innen in den Altparteien gelacht und gehöhnt. Schwach, belanglos, gebügelt – mit solchen Leuten wird es keine ernsthafte Veränderung geben. Die AfD – die Jüngste der Altparteien.

  11. Avatar
    heidi heidegger am

    >> Er könne „garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird“. <<

    Dass Höcke das nicht so einfach hinkriegt, schrieb ich ja schon vor Monaten und Luxi gegenredete damals, hah! Nun, Padzerski ist immerhin weg vom Fenster, gell? Jedenfalls, Gauland spricht/sprach von Bier und also in meiner Sprache: der (unter)gärige Haufen (Weizenbier/Weissbier) soll der CDU langsam und aber einschenken quasi, hihi.

    *zacknweg* (HEIDERICH, hass’maul! Du-du-du (gelöscht))

    • Avatar
      Lila Luxemburg am

      "Dass Höcke das nicht so einfach hinkriegt, schrieb ich ja schon vor Monaten und Luxi gegenredete damals, hah!"

      Wie das Land … so das Bier: Jever! … trink ich gerade!! Ansonsten: Gut Ding … will Weile haben. Man sollte versuchen zu vastehn: Wir haben es heute in diesem (aber derzeit nicht mehr) unserem Lande (Kohl(e) dixit??) mehrheitlich nicht mehr mit Deutschen zu tun, sondern mit … nun ja, BRDlern, Doissen – der Worte/Begriffe gibt es so einige – zu tun.

      Mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 und der damit verbundenen Machtübernahme der Besatzungsmächte, hat sich die kollektive Erfahrung, die die deutsche ist, nicht mehr artikulieren und auch nicht mehr organisieren können. Das heißt: Was ab 1949 mit der Gründung von BRD und DDR in die politische Wirklichkeit getreten ist, sind nicht ZWEI Deutschlands/deutsche Staaten gewesen, sondern zwei Verwaltungen, die in ihrem ganzen Sein mehr oder weniger Spiegelungen ihrer jeweils tonangebenden Besatzungsmacht waren.

      • Avatar
        Lila Luxemburg am

        Teil 2

        Und nach dem Ende der DDR hat nicht eine ‚Verbindung von zwei deutschen Staaten‘ zu EINEM deutschen bzw. DEM deutschen Staat stattgefunden, sondern die … na ja … ich sage mal: Integration der kleineren und ökonomisch erfolgloseren Verwaltung in die größere und ökonomisch erfolgreichere Verwaltung.

        Gleichzeitig aber – und das kann leider ohne gewisse Kenntnisse des astrologischen Systems der ‚Münchner Rhythmenlehre‘ nicht verstanden werden – hat eine RÜCKFÜHRUNG des jeweiligen kollektiven Bewußtseins, das sich in jeder der beiden Besatzungsverwaltungen entwickelt hat(te), in die tatsächliche Erfahrungssituation der Deutschen beim Zusammenbruch 1945 begonnen!

        Bitte zu beachten: Es geht um ‚Erfahrungen‘ und um ‚Bewußtsein‘ … das wieder ‚zurückerworben‘ werden muß, was aber nicht notwendig die konkrete Rückkehr in die konkrete damalige materielle Situation voraussetzt. Und den derzeit so weit wie möglich ‚entdeutschten Deutschen‘ werden die entsprechenden Erfahrungen NICHT erspart bleiben, die sie wieder in den kollektiven Bewußtseinszustand zurückführen werden wie er zum Zeitpunkt des Endes der eigenständigen eigenen kollektiven Erfahrung – ab dem 8. Mai 1945 also – bestand.

      • Avatar
        Lila Luxemburg am

        Teil 3

        Das geschieht (natürlich) nicht auf einmal … sondern in einer Reihe von verarbeitbaren Schocks, die einer ganz eigenen zeitlichen Rhythmik verabreicht werden. Konkret: In den nächsten 10 Jahren wird erst einmal das (bisherige) (und natürlich weitestgehend BRD-bestimmte) kollektive Bewußtsein der BRD-Mittelschicht in seinen (ebenfalls: bisherigen) Grundüberzeugungen so zerbröselt werden, daß die BRD-Mittelschicht von 2030 keinerlei (inneren) Kontakt mehr mit den Grundeinstellungen und Prämissen der BRD-Mittelschicht bis zum Jahre 2020 mehr haben wird!

        Das werden psychologische Brüche werden, die man sich derzeit immer noch nur schwer wird vorstellen können … aber sie werden kommen. Und empfunden werden müssen. Und am Ende dieser Entwicklung … werden aus den Doissen, ob sie es wollen werden oder nicht, wieder die Deutschen geworden sein. Und die werden ein ganz anderes Bewußtsein ihrer selbst haben als es die derzeitigen BRDler, die sich für die Deutschen halten, weil sie … halt medial so bezeichnet werden, haben.

      • Avatar
        Lila Luxemburg am

        Teil 4

        Zwischen diesen beiden Erfahrungszuständen wird es keine Brücke (mehr) geben. Und dieser neue Erfahrungszustand … verlangt so oder so nach einer entsprechenden politischen Repräsentation. Und wo eine Nachfrage ist … da wird auch ein Angebot sein. Ob das dann von der AfD oder von jemand anderem kommen wird … ist letztlich egal. Ich vermisse ehrlich gesagt schon etwas den notwendigen politischen Horizont. Sind die Grünen zuerst in einer Bundesregierung gewesen … oder waren sie zunächst in Landesregierungen?

        Meine diesbezügliche Erwartung sieht ganz einfach so aus: Erst wird die AfD auf Landesebene in Koalitionsregierungen ‚getestet‘ werden. Und zwar wenigstens 2 Legislaturperioden lang. Und dann … gibt es eine Option auf eine Koalitionsregierung im Bund. Und auch wenn Gauland jetzt sozusagen zum persönliche Abschied von einer Koalitionsregierung mit der CDU halluziniert … wird es dazu mit Sicherheit nicht nach der nächsten Bundestagswahl kommen. Und was in den nächsten 10 Jahren noch alles mit und in der AfD passiert … wird auf jeden Fall eine Menge sein!

      • Avatar
        Lila Luxemburg am

        Teil 5

        Aber ich denke nicht, daß es eine Mitte-Entwicklung (im Sinne einer BRD-Mitte) sein wird. Denn wie sagte schon dieser Filmemacher, dessen Name mir gerade entfallen ist (Die Artisten in der Zirkuskuppel – ratlos): In Gefahr und höchster Not … bringt der Mittelweg den Tod! Und in einer Situation, in der wir schon längst keine tatsächliche Mitte mehr haben, sondern veritabler Linksextremismus sich als Mitte wahrnimmt und verkauft … und das Publikum ihn genauso wahrnimmt und kauft, wird Anbiederung keine Lösung bringen.

        Und wie Markus Krall schon klipp und klar prognostiziert hat: Die derzeitige ‚Elite‘ wird die kommende Krise NICHT bewältigen … und dieses Versagen wird auch dem Wahlvolk NICHT verborgen bleiben. Insofern teile ich auch einfach den (teilweise) rabenschwarzen Pessimismus nicht: Die eintretenden Problemlagen werden sich das Personal suchen bzw. erzwingen, das in der Lage ist sie zu bewältigen. Und sie werden genauso den notwendigen Bewußtseinswandel von ‚Staatsangehörigkeit Deutsch‘ erzwingen. Prost!

    • Avatar
      Jeder hasst die Antifa am

      Haste Heidrich in der Kneipe kennen gelernt und nu kriegst ihn nich mehr los.hahaha

      • Avatar
        heidi heidegger am

        hah!, bist nur neidisch weil Du n o c h keine Groupies hast, Jung‘. *kicher*

  12. Avatar
    Gesslers Hut am

    Die AFD hat sich erwartungsgem. für den sicheren Diätenspatz in der Hand entschieden. Zu groß die Angst vor Pöstchenverlust, der Rubel rollt im Moment ganz gut. (war zu erwarten, menschlich nachvollziehbar)

    Sofern sich die CDU (personell und ein wenig inhaltlich) erneuert (Merkel ist bald weg, AKaKa wird das Bauernopfer) werden die umgehend zur Alternative, die AFD wird dann wahrscheinlich populistisch überflügelt und am Ende überflüssig. Erklärtes Ziel der AFD ist es schließlich, eine ECHTE CDU zu sein. Die Union kann bald mit: "Wir sind das Original" werben. 🙂

    Sofern alles beim Alten bleibt machte eine Koalition (inhaltlich) keinen Sinn und würde der AFD Unmengen an Wählerstimmen kosten. Wer CDU/FDP Politik will, kann die auch direkt wählen. Abgesehen davon wird die CDU im Leben nicht mit der AFD spielen und an eine 13-15% Partei freiwillig Pfründe abtreten.
    Die AFD spielt lediglich eine Sündenbock- Plazeborolle, die für gute und sichere Diäten/Pöstchen gerne gespielt wird. Echte Opposition geht jedenfalls anders.

    10-Jahres-Prognose: Groko wird bis 2021 halten, dann 8 Jahre Jamaika, dann wird sich die SPD wieder gerappelt haben und dann schau’n mer mal.

    • Avatar
      Lila Luxemburg am

      "10-Jahres-Prognose: Groko wird bis 2021 halten, dann 8 Jahre Jamaika, dann wird sich die SPD wieder gerappelt haben und dann schau’n mer mal."

      In den Grundzügen … würde ich dir sogar zustimmen. Was du mMn. aber nicht berücksichtigst, ist der Bewußtseinswandel, der in diesen 10 Jahren durch eben die Krisen, die in diesen 10 Jahren auftreten, ERZWUNGEN werden wird! Ich denke … die Deutschen sind auch als Doisse in einem Punkt ‚deutsch‘ geblieben: In der ‚Gründlichkeit‘.

      Es heißt doch immer, sie seien ‚gründlich‘ – im Sinne von ‚in die Tiefe gehend‘, ‚bis an die Wurzel gehend‘. Und so praktizieren sie auch den Selbstverlust und die Wonnen des Linkentums bis zum Exzess. Aber … auch jeder Exzess … ist irgendwann mal zuende. Und die Notwendigkeiten des Überlebens werden ihren Tribut fordern – so oder so.

      Und, wie ich in meinem vorhergehenden Kommentar schon schrieb, die durch die Krisen entstehenden Lagen werden genau DAS Personal fordern, das in der Lage ist sie zu bewältigen. Und ich denke nicht, daß das Herr Meuthen sein wird…

  13. Avatar
    Paul, der Echte am

    Die ganze Schaar der AfD Nutznießer, leider gewählt von uns, strebt an die vollen Futternäpfe des Systems.
    Das wars mit der sogenannten Alternative für Rumpfdeutschland – die Merkellisten haben schon die Sektflachen geköpft.

    • Avatar
      Gesslers Hut am

      War nicht anders zu erwarten.

      Schuld haben die bedingungslosen AFD-Klatscher selber. Zu wenig (konstruktive) Kritik. Man hätte denen besser auf den Weg helfen müssen.

  14. Avatar
    Sonnenfahrer Mike am

    Mit diesem Kommentar zum AfD-Bundesparteitag hat Jürgen sich sehr höflich,
    zurückhaltend und milde ausgedrückt, obgleich er nicht weniger tief enttäuscht
    und vor den Kopf gestoßen sein dürfte, als wir echten Patrioten alle zusammen.
    Ich selber habe es nicht ganz so milde in meinen ersten Kommentaren und
    Reaktionen ausgedrückt, denn an diesem Wochenende wurde die patriotische
    Opposition / der patriotische Widerstand in Deutschland parteipolitisch
    beerdigt und die AfD endgültig zu einer künftigen CDU/FDP 2.0 umfunktioniert.
    Ich kann die persönlichen und privaten Gründe nachvollziehen, warum echte und
    wirklich aufrichtige Patrioten, wie z.B. Björn Höcke und Dr. Curio in dieser AfD,
    die ab sofort das System unterstützen wird und somit selber zu einer Systempartei
    geworden ist, nicht gleich verlassen werden, obwohl sie ab diesem Wochenende
    nichts mehr in und mit dieser Partei für uns, das Deutsche Volk, werden ausrichten
    können und nur noch zur Wählerbindung von Meuthen & Co. geduldet / missbraucht
    werden, heiße es aber nicht gut und wünschte, sie hätten eine andere realistische
    Option. Ich für meinen Teil jedenfalls werde die AfD ganz definitiv nicht mehr
    unterstützen und/oder gar wählen, sondern bei allen künftigen Wahlen einfach
    geknickt und völlig desillusioniert zu Hause bleiben, sprich auf meine
    Teilhabe verzichten (Schlimmer hätte dieser Parteitag und die Entwicklung
    der AfD nicht verlaufen können.

  15. Avatar

    Ich persönlich sehe in der Wahl des neuen BUVOs eine sehr ausgewogene Auswahl. Die AFD muss und kann m.A. nach mit diesen Personen endlich auch die Menschen mitnehmen, die sich an der Personalie Höcke entzündet haben.
    Höcke s Rede und Versprechen, was die Zusammensetzung des BUVOs werden wird, war sehr vollmundig und unüberlegt. Sein Interview im Rahmen des Parteitags dagegen hat mir wieder sehr gefallen, er kann auch leiser und das steht ihm besser.
    Aber leider ist er eben eine Reizfigur und hat der AFD im Westen mehr geschadet als genutzt.
    Somit sehe ich jetzt einen Weg nach vorne, wer immer noch Beisshemmungen hat und die AFD ablehnt, der soll halt mit den Altparteien untergehen, meinen Segen hat er.

    • Avatar
      Sonnenfahrer Mike am

      Na logisch RAMONA werden die sich im Westen bald nicht mehr groß an der AfD
      stören, denn die AfD ist ja mit diesem Bundesparteitag eindeutig zu einer künftigen
      CDU/FDP 2.0 ausgerichtet und umfunktioniert wurden, so daß es nur noch eine
      Frage der Zeit ist, bis die Leute im Westen mit verbundenen Augen ein Kreuz auf
      dem Wahlzettel machen können, da ja alle Parteien, einschließlich der AfD, künftig
      ein und dieselbe Programmatik haben werden. Naja, bestimmt geht es dann ja auch
      vielleicht darum, wer von den Politikern sich am israel- und/oder am kirchen-
      freundlichsten ausdrückt, sich am schärfsten von allen Deutschen und Europäern
      sowie unserer Geschichte und unseren Ahnen distanziert oder einfach nur, wer
      den neusten Anzug bzw. die schönste Krawatte trägt. Ihr macht das schon.

      PS: Ich wünsche Dir noch viel, viel Spaß und Freunde mit Eurer neu auf den
      Westen zugeschnittenen AfD oder besser gesagt, mit Eurer CDU/FDP 2.0,

    • Avatar
      Querdenker der echte am

      "…der AFD im Westen mehr geschadet als genutzt…."

      Nur etwas Geduld, wir werden sehen!

      Hinten wird der Sack zugebunden!!

      Und was dann bei den anstehenden Wahlen im Westteil von der AFD im Sack übrigbleibt wird zeigen wer geschadet oder genutzt hat!!

      Alle die sich mit einem gemeinsamen Kuschelkurs der CDU mehr Macht und Aufstieg erhofft haben, nähern sich beängstigend den einstelligen Wahlergebnissen!
      Wie gesagt: Wir werden sehen!! Die Frau mit der "Glaskugel" oder der Mann mit dem "Pendel"!

      • Avatar

        2017 war das Wählen der AfD notwendig, spätestens bei der EU-Wahl entschied sich der aufrechte Patriot besser für die Sonstigen. Für die Anständigen sind politische Gebilde mit Distanzitis gegenüber anderen Rechten ohne die Linken zum Abkotzen. Das gewollte Bündnis mit einer CDU, die nach Merkel noch ekelhafter werden wird, macht die AfD für Deutschland de facto zum Feind. Ich beschließe eine Unvereinbarkeit mit der AfD!!!

    • Avatar
      Gesslers Hut am

      (Dumme) Menschen, die sich an einer Personalie entzündet, haben kann nirgens mit hinnehmen.

      Was müssen das für Bekloppte sein, wenn sie mehr Angst vor Höckes Auschwitz haben, als vor realen Verwerfungen, die man täglich im öffentlichen Raum begutachten kann.

      @Ramona, hast du die AFD wegen Höcke nicht gewählt?

  16. Avatar

    Welche CDU meint Gauland?

    Wie man unter den gegenwärtigen Bedingungen ein Bündnis mit dieser antideutschen Partei auch nur erwägen kann – armes Deutschland.

    • Avatar
      Jeder hasst die Antifa am

      Die SPD geht jetzt dank Kühnert immer mehr in den Linken auf und da sie sich wie die CDU an der Groko festklammern wird es wieder einen Linksruck der CDU geben um mit allen mitteln an der Macht zu bleiben.

      • Avatar
        Gesslers Hut am

        Nein, wird es nicht.

        Man bereitet nur die Scheidung in 2021 vor. Um so weiter die SPD nach links rutscht, um so RECHTER wirkt die CDU (auf den Idiotenwähler). Um so linker die SPD wirkt, um so mehr Akzeptanz (beim Idiotenwähler) für die künftige Regierungsbeteiligung der Grünen.

      • Avatar
        Kopp, Dieter am

        Nicht mehr waehlbar Kann ich gleich die Schwarzen waehlen. Schatten im Kohlenkeller.

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