AfD nur noch 1,5 Prozent hinter SPD – Rekordtiefstwert für Groko!

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Die neueste Insa-Umfrage verheißt für die Altpartei-Zombies nichts Gutes. Leidet Merkel am Versailles-Syndrom?

Die Sozialdemokraten sind nach dem Geiere um das Außenministerium auf 16,5 Prozent abgestürzt. Die AfD ist den Sozis mit 15 Prozent so dicht auf den Fersen wie noch nie!

Desolate Werte auch für die Union. CDU und CSU landen bei 29,5 Prozent – und unterbieten damit sogar das Ergebnis der Bundestagswahl von 33 Prozent. SPD und Union gemeinsam kommen nur noch auf 46 Prozent…

„Die AfD ist auf Neuwahlen vorbereitet“, erklärte Alice Weidel nach Merkels ZDF-Auftritt vom Sonntag. „Im Falle einer schwarz-roten Regierung wird sie aber auch als stärkste Oppositionskraft dafür sorgen, dass unsere Heimat nicht in den Abgrund gelenkt wird.“

Merkel habe bewiesen, „dass sie keine Vorstellung hat, wie die Zukunft Deutschlands positiv zu gestalten ist. Für ihr eigenes Versagen ist sie blind. Ihr beliebtes ‚auf Sicht fahren‘ wird im dichten Koalitionsnebel aber immer schwieriger.“

Alexander Gauland ergänzte: „Für Angela Merkel zählt nur eines: Angela Merkel. Sie will Kanzlerin bleiben und das um jeden Preis. Ob sie dabei ihre Partei verkauft oder gleich ganz Deutschland, ist ihr egal.“

Weiß Merkel, wie es um sie steht? Oder ist sie ähnlich abgedreht wie einst Frankreichs Monarchen kurz vor der Revolution? Leidet sie am Versailles-Syndrom?

COMPACT hat sich Stefan Zweigs Biografie Marie Antoinette angeschaut – ein Buch, das in wunderbar anschaulicher Weise schildert, wie die höfische Gesellschaft in Versailles die Realitäten auf eine geradezu bizarre Weise verkannte und deshalb politisch versagte. Aus der aktuellen COMPACT:

In dem Buch finden sich auch jene bizarren Tagebucheinträge des Königs vom Juli 1789, in denen diese Blindheit eines ganzen Herrschaftssystems zum Ausdruck kommt. Zweig schreibt: «Die nächsten Tage sind in unvergänglicher Schrift in die Weltgeschichte eingemeißelt; freilich, in einem einzigen Buch darf man sie nicht nachzulesen versuchen, nämlich in dem handschriftlichen Tagebuch des unselig ahnungslosen Königs. Dort steht am 11. Juli nur: ”Nichts. Abreise des Herrn Necker”, und am 14. Juli, dem Tag des Bastille-Sturms, der seine Macht endgültig zertrümmert, abermals dasselbe tragische Wort ”Rien” (Nichts) – das heißt: keine Jagd an diesem Tage, kein erlegter Hirsch, also kein bedeutendes Ereignis.»

Stefan Zweigs Marie Antoinette – er schrieb das Buch 1932 – kann für den heutigen Leser ein doppelter Gewinn sein. Es kann uns, und schon das ist wertvoll, hineinversetzen in die damaligen Ereignisse; und zugleich kann es auch den Blick für unsere heutige Situation schärfen. Beim Lesen ist man an etlichen Textstellen geneigt, «genau wie heute» zu murmeln. Allerdings kann das historische Vergleichen auch leicht fehlgehen. Angela Merkel als Marie Antoinette – das trifft es nicht. Ein Vergleich bietet sich in einem allgemeineren Sinn an: Ein regierendes Milieu, das sich für die Mitte der Welt hält, isoliert sich und nimmt nicht wahr, dass die Kraftlinien der Geschichte woanders verlaufen.

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Compact-Magazin Februar 2018 Stasi 2.0

 

Über den Autor

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Max Z. Kowalsky, Jahrgang 1979, bestreitet sein Dasein als Privatdozent im schönen Genf. Seit 2015 schreibt der studierte Slavist für COMPACT.

 

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