Hierzu schweigen die Medien: Das politische Wien wird durch einen Abhörskandal des FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache erschüttert. In seinem Büro wurden letzte Woche zwei Wanzen gefunden. Damit nicht genug – ein Mann wurde sogar beim Einbruch in Straches Büro erwischt.

    _von Birgitt Stöger

    Der Einbruch wie auch die Entdeckung der zwei Wanzen im Büro des Österreichischen Vizekanzlers offenbaren nicht nur massive Sicherheitsmängel. Sie zeigen auch auf, mit welch unterschiedlichem Maß der linkspolitische Mainstream den Lauschangriff auf den FPÖ-Chef wertet.

    In der vergangenen Woche verschaffte sich ein Unbekannter in den Abendstunden Zutritt zu Straches Büro  im Wiener Palais Dietrichstein. Der Eindringling wurde von einem Mitarbeiter gestört und flüchtete daraufhin über eine Nottreppe. Kurze Zeit zuvor fanden Ermittler Hinweise auf einen möglichen Lauschangriff. Hinter einer Spiegeltür, direkt hinter dem Schreibtisch von Strache, spürten die Spezialisten des Heeresabwehramts (HAA) eine Abhöranlage auf. Wie nun bekannt wurde, führte ein Kabelstrang zum Büro von Straches Kabinettschef und von dort weiter bis ins Freie. Der Verdacht liegt laut der FPÖ nahe, dass der Einbrecher überprüfen wollte, weshalb die Anlage nicht mehr funktionierte.

    Ein „handfester Skandal“, so der AfD-Außenpolitiker Petr Bystron, den die deutschen Medien weitestgehend totschweigen. Bystron sagten bei seinem zweitägigen Arbeitsbesuch in Wien dem FPÖ-Chef seine Unterstützung zu: „Weder die FPÖ noch wir von der AfD werden uns durch solche Methoden einschüchtern lassen“. Bystron weiß genau, wovon er spricht. Der Bundestagsabgeordnete wurde als bayerischer Landesvorsitzender der AfD im Wahlkampf ebenso beobachtet, in seiner Wohnung wurde sogar widerrechtlich eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Während im Fall Bystron die Gerichte sowohl die Durchsuchung wie auch die Beobachtung bereits verurteilt haben, laufen die Untersuchungen in Wien laut den Sicherheitsdiensten auf Hochtouren.

    Im Visier der Stasi 2.0: HC Strache und Petr Bystron. Foto: Paul Podolay

    Allein das mediale Interesse – national wie über die Grenzen Österreichs hinaus, blieb bis jetzt übersichtlich. In Österreich wie auch in Deutschland scheinen die mehrheitlich linkspolitschen Redaktionsstuben nur dann reges Interesse anzumelden, wenn es Negatives über die aufstrebenden neuen politischen Kräfte zu berichten gibt.

    Die benannten Vorkommnisse dürften in der Geschichte der 2. Republik wohl einmalig sein. Mit einem Blick auf die gefundenen Wanzen bemerkte Strache gegenüber dem Standard: „Dieser aktuell aufgedeckte Abhör- und Spitzelskandal gegen meine Person gerichtet, kann nur von einer österreichischen Struktur ausgehen! Wer sonst hat regulär Zugang zum Bundeskanzleramt bzw. zum Büro des Vizekanzlers um diese Abhöranlage in Ruhe zu installieren?“, so der FPÖ-Politiker. „Solche demokratiepolitisch skandalösen Vorfälle sind kriminell und gehören schonungslos aufgeklärt!“

    Bystron stimmt Straches Forderungen zu und erklärt, die Zustände erinnern ihn „an die schlimmsten Zeiten des Kommunismus, in denen Regimekritiker und Oppositionelle ebenfalls belauscht und eingeschüchtert wurden“.

    Gelernt ist eben gelernt, stimmt’s Angela?

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