Rache der Sex-Sklavinnen

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Ihre Familien wurden vom IS massakriert – sie selbst gelangten in Sklaverei und Zwangsheirat. Jetzt bereiten jesidische Frauen den Gegenschlag vor.

_von Tino Perlick

Hunderte frühere Gefangene des Islamischen Staats haben sich in einem reinen Frauen-Bataillon zusammengeschlossen, um gegen ihre Peiniger zurückzuschlagen. Sie waren unter den 2.000 Gefangenen, die in die Klauen der IS-Foltervergewaltiger gerieten, nachdem diese im August 2014 ihre Dörfer im Nordirak überfallen hatten. Die jesidischen Frauen, die sich „Macht der Sonnen-Ladies“ nennen, greifen aber nicht nur aus Rache zu den Waffen. Es geht um das Überleben ihres Volkes.

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Kinder spielten im Schatten der Bäume, als am 3. August 2014 IS- Sturmtruppen die am Fuße des Sindschar-Gebirges liegenden Tomatenfarmen der religiösen Minderheit der Jesiden überfielen. „Daesh kommt! Daesh kommt!“ schrien die Älteren, nachdem sie die im Wind flatternden, schwarzen Flaggen in den herbeirasenden Geländewagen erkannten [Daesh ist ein arabischer Begriff für den IS, der die vermeintliche Staatlichkeit der Terrormiliz schon im Namen aberkennt]. Während überall um sie herum die Männer erschossen wurden, flohen die Kinder in die Häuser. Nachdem das aufhörte, kamen die Mörder in die Verstecke. Die Kinder wagten es nicht, ihnen in die Augen zu schauen. Auf den Läufen der Gewehre der lachenden Männer erkannten sie die Worte: „Es gibt keinen anderen Gott als Allah.“ So beschreibt es die Dokumentation Das Volk eines Engels.

5.000 Jesiden starben an diesem Tag, weil sie sich weigerten, ihre Religion zu widerrufen. Tausende Frauen und Kinder wurden von ihren Familien getrennt und teils bis nach Syrien verschleppt – über die Hälfte von ihnen minderjährig. In den Fängen des angeblichen Kalifats müssen die Mädchen zum Islam konvertieren und werden zum Eigentum erklärt. Sie erleiden Folter und Vergewaltigungen, werden auf Basaren verkauft und wieder verkauft. Rund 1.500 der entführten Frauen sind der Hölle des Kalifats bislang entkommen. Ihre Geschichten zeugen von der menschenverachtenden Brutalität der Dschihadisten. Die Netzfrauen berichten von einer jesidischen Mutter, der verboten wurde ihr Baby zu stillen. Als es anfing zu schreien, schlägt ein Gotteskrieger ihm den Kopf ab. 

123 jesidische Frauen unterliefen inzwischen ein Kampftraining, weitere 500 haben sich angemeldet. Die Frauen sind zwischen 17 und 37 Jahre alt und kämpfen an der Seite der Peschmerga. Sie schlossen sich den PKK-Waffenbrüdern an, nachdem diese ihre Heimat in den Nordirak am 13. November 2015 zurückerobert hatten. Nun bereiten sie sich auf den Großangriff auf den IS-Hauptstützpunkt in Mosul vor. Fast täglich sind sie in Gefechte mit dem IS verwickelt.

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“Jetzt verteidigen wir uns gegen das Böse. Wer verteidigen alle Minderheiten in der Region“, erzählt die Befehlshaberin Khatoon Khider der US-amerikanischen FoxNews. „Was immer auch nötig ist, wir werden es tun.” Xate Shingali sagt, sie lehne Gewalt normalerweise ab. Doch die Brutalität der Terroristen ließe ihr und ihren Kameradinnen keine andere Wahl. „In der Welt sollte es kein Morden geben“, sagt sie. „Aber was tust Du, wenn Du kämpfen musst, wenn es niemanden gibt, der dich und deine Familie verteidigt?“ Eine 19-jährige „Sonnen-Lady“ namens Mesa erklärt: „Es ist wichtig für uns, unsere Würde und Ehre zu beschützen zu können. Meine Familie ist sehr stolz. Sie ermutigen mich dazu, einzutreten.“

Von 800.000 vor allem im Nordirak lebenden Jesiden, sind 200.000 vertrieben. Der IS betrachtet das Jesidentum als eine „heidnische Religion aus vorislamischer Zeit“. Insofern ist die ethno-religiöse Minderheit für die Extremisten quasi zum Abschuss freigegeben. Denn im Gegensatz zu Christen oder Juden können Anhänger nicht abrahamitischer Religionen sich nicht durch Schutzzahlungen dem Missionierungszwang entziehen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass noch rund 3.500 Menschen, hauptsächlich weibliche Jesiden, im Irak vom IS gefangen halten werden.

Trotz aller grausamen Erfahrungen haben die kampfbereiten Frauen vor einem besonders Angst. Der IS versucht, aus gekidnappten Jungen Kindersoldaten zu machen. Dazu setzt er sie unter Drogen und unterzieht sie einer Gehirnwäsche. Entführungsopfer könnten nun unter IS-Flaggen gegen ihre Mütter und Schwestern in die Schlacht ziehen. „Nun wird es jesidische Terroristen geben“, beklagt Khider. „Doch wir haben viele Missionen vor uns. Wir tun, was notwendig ist.“

In den 2014 vom IS überrannten Gebieten spricht man heute von der damaligen „Flut“. Wann kommt es in Deutschland zum großen Knall? „Zwar wäre es verfehlt, alle Mohammedaner mit den Dschihadisten in einen Topf zu werfen – immerhin kämpfen vor allem Schiiten, Alawiten und Kurden unter Einsatz ihres Lebens gegen die Kopfab-Milizen des IS. Genauso wahr ist allerdings, dass sich unter deren schwarzen Fahnen die überzeugtesten Anhänger der Sunna sammeln – Wahabiten, Salafisten, Moslembrüder, ganz offen unterstützt von ihren Glaubensbrüdern in Saudi-Arabien, den Golfstaaten und der Türkei.“ Den kompletten Artikel „Dschihad gegen Europa“ finden Sie im aktuellen COMPACT-SPEZIAL: „ASYL. Das CHAOS.

Nach Beginn des IS-Kreuzzugs im Nordirak kam es im August 2014 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in nordrhein-westfälischen Herford. Salafisten und andere Islamisten hatten Jesiden mit Messern und Macheten attackiert und gedroht: „Wir töten euch im Irak, wir töten euch auch hier!

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Über den Autor

Tino Perlick, Jahrgang 1982, war ein Wendekind. Er studierte Kulturwissenschaften, Amerikanistik und Soziologie in Deutschland, Polen und in den USA. Ein Praktikumsangebot aus dem US-Kongress ließ er sausen. Die Scheinheiligkeit der Mächtigen war ihm zuwider. Seiner Beschäftigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem soziologischen Institut folgte 2016 die Anstellung als Redakteur bei COMPACT.

17 Kommentare

  1. Volker Spielmann am

    Bisher wurden im Abendland ja die Männer von den Frauen sexuell belästigt

    „Komm ich zu den Frauen hin, hab ich über nichts so große Klage, als: daß ich je züchtger bin, ich mir desto minder Gunst erjage. Sie lästern alle guten Brauch, doch gibts verständge Frauen auch: Die mein ich nicht – die schämen sich, wenn man von schlechten Frauen spricht!“ – Diese bittere Klage Walters von der Vogelweide verdeutlicht, daß im Abendland bisher wir Männer von den Frauen sexuell belästigt worden sind. Besonders Männer, deren Tätigkeit von den abendländischen Frauen als besonders „männlich“ erachtet wird, also Musiker, Soldaten oder Sportler, werden Opfer von sexueller Belästigung. Man denke hier etwa an die Drangsal der englischen Käfer, an das beständige Auflauern der Blitzmädchen auf unseren Wüstenfuchs Rommel und wie oft mußte Michael Wittmann aus seinem Tigerpanzer von der Polizei gerettet werden! Daß sich Männer zusammenrotten, um Frauen zu belästigen, ist daher eine Neuheit für uns Europäer und wir vermuten hier einen Mangel von Männlichkeit bei den Muselmanen…

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  2. kalte Sophie am

    Während sich die Männer – egal aus welchem Land – feige ins Paradies Deutschland absetzen, organisiert sich eine Amazonen-Truppe . Hut ab Mädels !

  3. „Während überall um sie herum die Männer erschossen wurden,…“

    Und warum konnte das geschehen ? Weil die Männer und die Frauen NICHT bewaffnet waren !!!

    UND weil alle Präsidenten die Geschichte der Menschnheit kennen und die Bewohner häütten bewaffnen MÜSSEN und eben das was getan wurde zu verhindern !

    Aber…WARUM haben sie die Bewohner NICHT bewaffnet ? weil genau das was jetzt ist, passieren sollte. Ich vertrauen niemanden der an der Macht ist. Man kann nur der eigenen Waffe vertrauen sich selbst seiner Familie und seinem Nachbarn alles andere ist Quatsch !

    ALLE Frauen und Mädchen sollten bewaffnet sein. Jeder muss eine Waffe Zuhause haben. Einmal im Jahr Schiesstraining und Psychologische Begutachtung, und fertig ist die Wehrhaftigkeit. Alles andere ist Quatsch !

    Schickt hundert Millionen bewaffnete Indische Frauen nach Syrien und in die Türkei. Die werden dort Ordentlich aufräumen und diesem Idioten Erdogan die Eier langziehen, yo

  4. Volker Spielmann am

    Für die abendländischen Frauen ist der Kampf auf jeden Fall eine Hauptschlacht

    Man fragt sich manchmal schon, ob sich die mohammedanischen Sittenstrolche, die gegenwärtig zu Millionen und Abermillionen in den deutschen Rumpfstaat und das übrige Europa eindringen, um dort die Frauen und Mädchen als lebende Gummipuppen zur Befriedigung ihrer viehischen Gelüste zu mißbrauchen, wissen, was sie da tun oder um es mit Clausewitz zu sagen: „Überall, wo ein großer, positiver, also in das Interesse des Gegners tief eingreifender Zweck das Ziel ist, bietet sich die Hauptschlacht als das natürlichste Mittel dar“ – es gibt nun für die Frauen kein größeres Kleinod, als nach eigenem Gutdünken darüber zu entscheiden, wer, wann und wie mit ihr Liebe machen darf. Folglich werden diese auch Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um die Scheinflüchtlingsschwemme abzuwehren. Dazu werden sich die Frauen wie immer der europäischen Männer bedienen, so wie Eleonore von Aquitanien auch nicht selbst ins heilige Land gezogen ist, sondern ihren Sohn Richard Löwenherz hin geschickt hat…

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  5. Die islamistischen Kulte sind damit endgültig gescheitert. Es ist höchste Zeit, daß Pazuzu aus dem Exil zurückkehrt und dem Treiben Lamaštus ein Ende bereitet:
    http://www.louvre.fr/en/oeuvre-notices/statuette-demon-pazuzu-inscription

    Babylonier und Assyrer müssen zu ihren eigenen Traditionen zurückfinden!

  6. Karl Blomquist am

    Der Überraschungsangriff zu Silvester in Köln und anderen deutschen Großstädten

    war ein Test. Man wollte sehen, wie weit man schon gehen, wie weit man die Eingeborenen bereits jetzt einschüchtern kann. Denn irgendwann will man natürlich tatsächlich losschlagen, wenn man die Masse der Invasoren für ausreichend hält. Das Merkel-Regime hatte Anweisung, die Polizei zurückzuhalten.

    Natürlich musste die Lizenzpresse dazu Stillschweigen bewahren, was sie auch tat, aber ein paar Tage später sind die organisierten Massen-Überfälle dann doch durchgesickert, und Köln machte Schlagzeilen sogar in Übersee, die ganze Welt weiß nun davon, so dass der Schuss nach hinten loszugehen droht. Die osteuropäischen Länder nehmen mit dem berechtigten Verweis auf Köln nun überhaupt keine Mohammedaner auf, und sogar in der alten Trizone im Westen wachen die Leute jetzt auf. Viele äußern sich nicht öffentlich, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Aber das dürfte nicht lange vorhalten, denn:
    Mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse in Trizonesien sind mittlerweile im Niedriglohnbereich.

    Den Leuten wird bald bewusst werden, dass es nicht schade darum ist, nicht mehr für ein Trinkgeld ausgepresst zu werden.

  7. Manfred Redel am

    Ich frage mich jetzt gerade, warum ich den Artikel gelesen habe?

    Der Todfeind des Wissens ist die Überinformation.

  8. Aufgewachter am

    Die einen machen es freiwillig gegen Bezahlung …

    Die ganze Welt ist ein Bordell und wir sind die Kandidaten
    https://aufgewachter.wordpress.com/2016/01/18/die-ganze-welt-ist-ein-bordell-und-wir-sind-die-kandidaten/

    und es soll auch noch welche geben, die machen es freiwillig ohne Bezahlung …

    Wenn man für Liebe bezahlen muß, dann haben wir umsonst gelebt
    https://aufgewachter.wordpress.com/2016/02/21/wenn-man-fuer-liebe-bezahlen-muss-dann-haben-wir-umsonst-gelebt/

  9. GIORDANO DECUSA am

    V für VENDETTA: "Es ist ein Grundgesetz des Universums, daß jede Handlung eine gleichwertige entgegengesetzte Reaktion auslöst."

    Ja, so ist es. Wir vergessen nicht, wir vergeben nicht.

    Für die ausgebeutete Arbeiter.
    Für ausgebeutete Kinder-Sklaven.
    Für staatliche Gewalt an Hausfrauen und Müttern.

    ******

    Was fängst Du mit Deinem Leben an?

    Unsere Zeit ist gekommen.

    We are Solar Warriors.
    We are the Samurai.
    We are the Legion.

    Join the Revolution

    https://www.youtube.com/watch?v=IT1UFTp1SQE

  10. Karl Blomquist am

    Den Wecker stellen

    Zum ersten Mal klingelt der Wecker, wenn sich Merkel nach Paraguay oder gleich in die VSA absetzt. Irgendeine große Untat wird sie vorher noch verüben – zusätzlich zur Öffnung der Schleusen, wodurch sie das Land gerade unter Wasser setzt – z.B. die "Rettung" einer großen deutschen Bank, in der Größenordnung der Lehmann-Pleite, im 1000-Milliarden-Euro-Bereich. Womit sie den Staat auch finanziell schachmatt setzt. Aber damit auch die Finanzierung der Invasoren.

    Dann wird man einen Nachfolger einsetzen, der genau dasselbe weiterbetreibt.
    Einen Egon Krenz der BRD, der sich aber nicht lange halten wird.
    Dann den nächsten, einen BRD-Modrow,
    und vielleicht noch eine dritten,
    und schließlich ist das Reservoir an VSA-Handpuppen erschöpft.

    Dann klingelt der Wecker zum zweiten Mal:
    Der Kampf geht los.

  11. Volker Spielmann am

    Isis unter Verdacht: Sind die mohammedanischen Glaubenseiferer etwa nicht echt?

    Zwar sind die Anschuldigungen der Perser gegen Isis mit Vorsicht zu genießen, da diese in etwa so wahrheitsgetreu sein dürften wie weiland die Flugblätter der Papisten und Lutheraner und es daher nicht gesagt ist, daß der Großkönig Abraham wirklich über Grundbesitz in London – jener verruchten Lasterhöhle des Barons – verfügt. Jedoch geben die Erfolge der russischen Luftangriffe auf Isis zu denken, haben diese doch in wenigen Wochen weitaus mehr Schaden zugefügt wie die VS-amerikanische Luftwaffe in zwei Jahren nicht. Weiter verdächtig macht sich Isis dadurch, daß die VSA bei der Bombardierung Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen – und alle Völker, die in alter und neuer Zeit von den VSA bekriegt wurden, wissen gar wohl, daß die nordamerikanischen Wilden bei ihren Luftangriffen auf alles Rücksicht nehmen, nur nicht auf die Zivilbevölkerung. Und dann ist da auch noch die Tatsache, daß die Türkei – als Hilfsvolk der VSA – das Öl für Isis verschiebt und den Nachschub liefert.

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  12. Martin Möller am

    Es wirft ein sehr schlechtes LIcht auf den Autor, daß er in die intellektuell dürftige Anti-IS-Berichterstattung einstimmt.

  13. Die Jesidinnen sind zu bewundern. Junge Männer, die sich vor dem Militärdienst in ihrer vom IS und ihren saudiarabischen Unterstützern bedrängten Heimat durch Fahnenflucht drücken und ihre Landsleute im Stich lassen, haben hingegen nur meine tiefste Verachtung verdient.

    • @HEINRICHS: Genauso empfinde ich es auch. Besser kann man es nicht ausdrücken.. Nur in unseren Lügenmedien werden diese Feiglinge und/oder Sozialschmarotzer als „Flüchtlinge“ bezeichnet. Ich bin alt genug, um mich noch an echte Flüchtlinge zu erinnern! Das waren Frauen, Kinder und alte Leute. keine kräftigen Knaben in wehrfähigem Alter, wie heute 70 -80% der Invasoren!
      Wie sagte schon Konfutsius:
      „Wenn die Begriffe nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte.“

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